Nicht jedes leuchtende Lämpchen ist ein großer Stromfresser. Eine smarte Steckdose lohnt sich nur, wenn ihr eigener Verbrauch und der Kaufpreis kleiner sind als der vermiedene Standby-Verbrauch. Häufig reicht eine einfache schaltbare Leiste.
Kurzantwort
- Ein Watt Dauerleistung entspricht 8,76 kWh pro Jahr.
- Bei 35 Cent je kWh kostet ein Watt Dauerverbrauch rund 3,07 Euro pro Jahr.
- Netzwerkfähige Steckdosen verbrauchen selbst Strom und können die Ersparnis kleiner Lasten aufzehren.
- Router, Aufnahmegeräte, Kühlsysteme oder wichtige Automationen sollten nicht blind abgeschaltet werden.
In diesem Ratgeber
Standby in Euro umrechnen
Ein Gerät mit konstant einem Watt benötigt im Jahr 8,76 kWh: 1 Watt × 8.760 Stunden ÷ 1.000. Bei 35 Cent je kWh sind das rund 3,07 Euro. Fünf Watt entsprechen unter denselben Annahmen rund 15,33 Euro pro Jahr.
Das ist eine Obergrenze, wenn das Gerät wirklich das ganze Jahr in diesem Zustand bleibt. Wird es täglich acht Stunden aktiv genutzt, sind nur die übrigen 16 Stunden potenziell abschaltbarer Standby. Miss deshalb Leistung und tatsächliche Ruhezeit.
Eigenverbrauch der smarten Steckdose
Angenommen, ein Smart Plug benötigt selbst 0,7 Watt. Das sind rund 6,13 kWh oder 2,15 Euro pro Jahr bei 35 Cent je kWh. Schaltet er ein Gerät mit nur einem Watt Standby für 16 Stunden täglich ab, spart er brutto etwa 2,04 Euro – und verbraucht damit mehr, als er in diesem Beispiel spart.
Bei einer Gerätegruppe mit zehn Watt abschaltbarer Last sieht es anders aus. 10 Watt × 16 Stunden × 365 ÷ 1.000 ergeben 58,4 kWh beziehungsweise 20,44 Euro. Nach 2,15 Euro Eigenverbrauch bleiben rund 18,29 Euro vor dem Kaufpreis der Steckdose.
Modellannahmen: 35 Cent/kWh, gleichbleibende Leistung, 16 abschaltbare Stunden pro Tag. Miss deine Geräte und den Smart Plug für eine eigene Rechnung.
Welche Geräte geeignet sind
| Gerät | Automatisch abschalten? | Prüfpunkt |
|---|---|---|
| TV, Konsole, Lautsprecher | Oft sinnvoll | Updates, Aufnahmen und Schnellstart beachten. |
| Schreibtisch-Peripherie | Oft sinnvoll | Keine wichtigen Lade- oder Backup-Vorgänge unterbrechen. |
| Router und Mesh | Meist nicht pauschal | Telefonie, Alarm, Updates und Erreichbarkeit hängen daran. |
| Kühlschrank/Gefriergerät | Nein | Lebensmittelsicherheit und Gerätebetrieb. |
| Wasch- oder Spülmaschine | Nicht während des Betriebs | Herstellerhinweise und Brandschutz beachten. |
Sinnvolle Automationen
- Zeitplan: Mediengruppe nachts ausschalten, morgens wieder freigeben.
- Master-Verhalten: Peripherie abschalten, wenn der Hauptrechner heruntergefahren ist.
- Abwesenheit: Nur unkritische Verbraucher deaktivieren; sicherheitsrelevante Geräte ausnehmen.
- Leistungsschwelle: Erst nach einer definierten Ruhezeit abschalten, nicht bei kurzen Pausen.
Eine lokale Zeitschaltuhr ist oft günstiger und datensparsamer als ein Cloud-Gerät. Für eine App-Steckdose solltest du zusätzlich Update-Versorgung, Kontozwang, Serverabhängigkeit und unterstützte Funkstandards prüfen.
Kaufentscheidung in vier Zahlen
- Gemessene abschaltbare Leistung in Watt
- Abschaltbare Stunden pro Tag
- Eigenverbrauch der Schaltlösung in Watt
- Kaufpreis und realistischer Nutzungszeitraum
Beginne mit einer Messung nach unserer Strommessgerät-Anleitung. Kaufe erst danach eine Automatisierung – nicht umgekehrt.
Quellen und Aktualität
Regeln, Preise und Verfahren können sich ändern. Wir prüfen diesen Beitrag bei relevanten Änderungen und spätestens im Rahmen der turnusmäßigen Aktualisierung.
- EU-Kommission: Neue Standby-Grenzwerte seit Mai 2025 (abgerufen am 16. August 2026)
- EUR-Lex: Verordnung (EU) 2023/826 (abgerufen am 16. August 2026)
